Zwei Jungmusikerinnen der Stadtkapelle berichten

Heuer hatte eine Gruppe von Schülern der Musikschule Liezen die großartige Möglichkeit, eine " Kostprobe" der in der Oper Graz geprobten "Griechischen Passion" zu erleben.

Kurz vor der Premiere der Oper im März, befanden sich die Vorbereitungen in der Endphase und so konnten wir bei einer gemeinsamen Probe von Bühne und Orchester, einer sog. "BO", dabei sein. Geführt von Prof. David Luidold konnten wir einblicken in die Zusammenhänge einer solchen Produktion sowie in die Atmosphäre hinter der Bühne, die sich sehr von dem unterscheidet, was man als Zuseher auf den Tribünen mitbekommt. Hier wird zum Beispiel in perfektionierter Zusammenarbeit die Kulisse für die bevorstehende Probe fertiggestellt; dabei hatte dieselbe Bühne noch tags zuvor beim Musical "Funny Girl" einen komplett anderen Aufbau! Was uns besonders fasziniert ist das umfassende Team, das diesen großen "Organismus Oper" am Laufen hält. Hier hat jeder Einzelne eine unverzichtbare Rolle, die sich zum Ganzen fügt und die die unglaubliche Anzahl von 8-10 Neuproduktionen pro Jahr möglich macht.

Das Gefühl von Ehrfurcht und Respekt weicht nicht, als wir uns nur wenig später im Orchestergraben wiederfinden. Man wird sich bewusst, an einem Ort zu stehen, an dem Abend für Abend durch ein exzellentes Orchester jene Musik entsteht, die uns als Zuhörer den Atem raubt, uns in Angst versetzt oder uns träumen lässt. Am liebsten blieben wir hier, um diese besondere Atmosphäre auf uns wirken zu lassen, doch die Musiker werden bald Platz nehmen um zu proben, und außerdem wartet das Spiegelfoyer noch auf uns.

Dort treffen wir nämlich den Orchestermanager, der uns eine Einführung in die Handlung der Oper gibt und uns in den Opernsaal führt. Die Probe beginnt eigentlich wie eine normale Vorstellung; das Einzige, das auffällig ist, sind die Straßenkleider, die die Künstler tragen. Der Dirigent gibt den Einsatz, Orchester und Schauspieler beginnen zu spielen. Als nach ungefähr 2 Minuten der Dirigent das erste Mal unterbricht, bekommt die Szene schlagartig einen anderen Charakter. Wir beobachten, wie der Dirigent den Schauspielern sowie dem Orchester Anweisungen gibt, Stellen wiederholt, Klänge perfektioniert und in ständiger Absprache mit dem Tonmeister aus den hinteren Reihen die Akustik optimiert. Wir sind erstaunt, mit welcher Konzentration die Künstler Passagen so lange wiederholen, bis sie zu der Version gelangen, die man bei der Aufführung sehen wird.

In der Pause gibt es schließlich in einer größeren Gruppe eine Fragerunde mit zwei Gesangssolisten sowie der Dramaturgin, die interessante Details zu den Figuren erzählen und auch Antworten auf persönliche Fragen rund um ihre Erfahrungen auf der Bühne geben. Dass sich die Dramaturgin anschließend noch Zeit nur für die Gruppe der Musikschule nimmt, schätzen wir sehr: Wir erfahren, dass die Aktualität der "Griechischen Passion" teilweise nicht immer vorteilhaft für deren Inszenierung war.

Nach dem zweiten Teil der BO endet unsere "Kostprobe" in der Grazer Oper, und wir verlassen das Gebäude, den Kopf voll mit allen neuen Erfahrungen und Eindrücken, die wir nun erst einmal verarbeiten müssen. Sicher ist, dass wir es gar nicht erwarten können, uns die gesamte Vorstellung anzusehen!

Bericht von Simona und Viola Weichbold

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